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Ausländische Braugiganten und ihre
deutschen Töchter
Aktuelles:
22.06.2007 - InBev hat die
Stuttgarter Dinkelacker-SchwabenBräu verkauft.
Käufer ist laut bestmalz.de der frühere Miteigentümer und Urenkel des Firmengründers, Wolfgang Dinkelacker. Die Übernahme erfolgte bereits am 02.01.2007.
28.07.2006 - Die von InBev geplante Schließung der Wolters-Brauerei in Braunschweig ist vom Tisch. Stattdessen wurde die Brauerei an Manager aus dem Umfeld der Gilde-Brauerei (gehört zu InBev) verkauft.
Wolters soll als "Traditions- und Regionalmarke" fortbestehen. Das Brauhaus gehört nun der Stadt Braunschweig und wird an die neuen Brauerei-Besitzer verpachtet.
30.06.2006 - Carlsberg hat die sächsische Brauerei Landskron an die
"Dr. Lohbeck Stiftung"
in Schwelm (Westfalen) verkauft. Landskron paßt laut Carlsberg nicht mehr in die Produktionsstruktur. Der dänische Braukonzern will sich vor allem auf den norddeutschen Markt konzentrieren.
01.01.2006 - Mit dem Jahreswechsel gehört die Mauritius-Brauerei in Zwickau nicht mehr zu InBev. Die Braustätte wurde vom eigenen Management gekauft. Die Zwickauer Brauerei war 1990 von der Dinkelacker-Schwaben Bräu AG aus Stuttgart übernommen worden, mit denen sie im Herbst 2004 an InBev fiel.
--> ältere Nachrichten zum Thema (Archiv)
Das Problem:
Seit langer Zeit schon wird der deutsche Biermarkt aus dem
Ausland argwöhnisch beobachtet. Über 1250 Brauereien
brauen in Deutschland - ein internationaler Rekord. Nicht zuletzt wegen dieser Zersplitterung blieb der deutsche Markt für globale
Biermultis jahrzehntelang verschlossen.
Seit 2001 jedoch versuchen Braugiganten wie Interbrew
(Belgien) und Heineken
(Niederlande) mit enormen finanziellen Mitteln deutsche Braustätten und die Seelen der Brauerei-Gesellschafter aufzukaufen. Aus Brüssel und
Amsterdam heißt es hierzu: "Wir wollen den deutschen
Biermarkt konsolidieren und nach vorn bringen." Nach unserer Meinung wird dies aber bedeuten, daß viele
Brauereien, die zu wenig Gewinn abwerfen geschlossen
werden. Die wunderbare, deutsche Biervielfalt ist erheblich
gefährdet!
Bezeichnenderweise geben Braukonzerne von diesem Schlage auch unumwunden zu, daß ihnen höchstmögliche Profite und
Aktionärsinteressen wichtiger sind als Biervielfalt und Braukultur. Dies läßt sich leider immer wieder in Geschäftsberichten der internationalen Großbrauer nachlesen.
Im Folgenden haben wir die wichtigsten ausländischen Brauereigruppen (mit eigenen Brauereien in Deutschland) in einer Liste zusammengestellt:
| Interbrew (ab August 2004: Teil von InBev) |
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Interbrew
S.A.
Brüssel, Belgien |
Mitarbeiter:
35 044
Mio. hl/Jahr:
97,0
(2002) |
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| Spaten-Löwenbräu-Gruppe |
Übernahme: September
2003 |
Marken: Spaten,
Löwenbräu, Franziskaner (alle München)
Nach 606 Jahren Eigenständigkeit
wird die traditionsreiche Münchener Brauereigruppe
an Interbrew verscherbelt. Ein Jammer. |
| Brauergilde Hannover
AG |
Übernahme: November
2002 |
Marken: Gilde,
Lindener Spezial, Wilkenburger, Lüttje Lagen,
D-Pils (alle Hannover), Wolters (Braunschweig), Hasseröder
(Wernigerode)
Hasseröder gehört (neben Sternburg) zu den beliebtesten Marken in Mitteldeutschland. |
| Brauerei Beck GmbH & Co. KG |
Übernahme: August 2001 |
Marken:
Beck's
(Bremen), Haake-Beck
(Bremen)
Dinkelacker, Schwaben
Bräu, Sanwald (alle
Stuttgart), Cluss
(Heilbronn)
Der (viel zu hohe) Übernahmepreis
lag bei 3,5 Mrd. DM. Interbrew ist damit endlich
in den Besitz einer internationalen Spitzenmarke
gekommen. Beim deutschen Inlandsabsatz spielt Beck's
aber nach wie vor keine ganz große Rolle.
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| Brauerei Diebels GmbH & Co. KG |
Übernahme: Juli 2001 |
Marken:
Diebels, Plato 13,
Dimix (Issum/Niederrhein)
Interbrew ist mit 80% an Diebels beteiligt. |
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| Carlsberg |
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| Holsten-Brauerei AG |
Übernahme: Januar 2004 |
Marken:
Holsten, Astra
(Hamburg), Feldschlößchen, Duckstein (Braunschweig, Dresden), Lübzer (Lübz), Landskron (Görlitz)
20.01.2004: Carlsberg erlangt die Mehrheit bei der Hamburger Holsten-Brauerei AG. Die bisherigen Holsten-Töchter Licher und König sollen nun an die Bitburger Brauerei verkauft werden. |
| Hannen Brauerei GmbH
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Übernahme: 1988 |
Marken:
Hannen Alt
(Mönchengladbach-Neuwerk), Gatz
Altbier (Düsseldorf)
Ab Juli 2003 werden o. g. Marken von Oettinger in
Mönchengladbach gebraut. Die Markenrechte und
die Verwaltung bleiben bei Carlsberg. Später
sollen die Altbiere nur noch in einer anderen Carlsberg
Brauerei hergestellt werden. An diesem Beispiel
sieht man gut, wie ernst es ausländische Großbrauereien
wirklich mit dem Erhalt von Brautraditionen meinen.
(Altbier künftig aus Dänemark?) |
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| Heineken |
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Heineken
N.V.
Amsterdam, Niederlande |
Mitarbeiter:
48 237
(2002)
Mio. hl/Jahr:
108,9
(2002) |
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| Brau Holding International AG |
Einstieg: Q1 2001 |
Heineken
erhielt mit dem Einstieg (49,9%) in die Brau Holding
International AG indirekt Minderheitsbeteiligungen
an Paulaner
und Kulmbacher.
Die Mehrheit an Paulaner behält die Bayerische
BrauHolding AG, die zur Schörghuber Unternehmensgruppe
gehört.
Juni 2002: Die Münchner Schörghuber-Gruppe
beteiligt sich zusammen mit Heineken mit 45 Prozent
am Biergeschäft des Homburger Karlsberg-Verbunds. |
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Die Zeitangaben zu den Übernahmen beziehen
sich in der Regel auf das Datum der Bekanntgabe der Übernahme.
Die rechtliche Zuordnung wird meist erst später, nach Zustimmung
des Kartellamtes, geändert.
Diese Liste muß nicht immer vollständig sein. Wir
bemühen uns aber. |